Neues vom Playmobil
Spielsachen, die dem Kindergarten gehören, erzählen ganz eigene Geschichten. In den meisten Kindergärten gibt es diese Mischung aus Puppenmöbeln, Legosteinen, Bauklötzen, Playmobil, Holztieren, und und und, wobei die Zusammensetzung von Gruppe zu Gruppe variiert: Bei der Entengruppe gibt es mehr Bauklötze, die Spiegelseiten und Plexiglaseinsätze haben. Bei der Möwengruppe gibt es viele Holztiere und Ritterfiguren. Und in der Storchengruppe gibt es mehr Playmobil.
Vor allem das Playmobil trägt seine Geschichten wie ein Kleidungsstück. In der Storchengruppe sind beiden Omas die Opas abhanden gekommen, dafür haben sie mehr ungezogene Enkelkinder als ihnen lieb ist. Der Busfahrer (vielleicht ist er auch ein Zugführer) kommt sich auf dem Bauernhof ein bisschen fehl am Platz vor. Überhaupt ist es ein sehr exotischer Bauernhof: Er hat einen Löwen, eine Giraffe, der ein Ohr fehlt, einen Schimpansen und einen kleinen Elefanten und auf dem Zebra kann man leider nicht reiten. Dafür versteht es sich recht gut mit dem Pferd. Es gibt viele weiße und ein einziges schwarzes Schaf. Dafür gibt es auch nur eine weiße Kuh. Die Bäume sind leider nicht sehr standfest und verlieren schon mal die Kronen. Und die Futtertröge gehören eigentlich zu Lego Duplo.
Das Witzige an Playmobil ist ja, dass alles, was im Kindergarten gelandet ist, so aussieht wie in meiner Kindheit. Okay, einigen Kühen fehlen die Hörner – wobei ich mich immer frage, welche brutalen Kinder das hinbekommen haben, den Playmobil ist ja eigentlich sehr stabil – aber vor allem Schafe, Schweine, Hunde, der Bauer und die Bäume sehen genau aus wie die, die meine Freundin hatte. Meine Schwestern und ich hatten ja kein Playmobil… bis auf einen wenig beachteten Schäfer und seinen drei Schafen und diesem Baum, von dem ich erst neulich gemerkt habe, dass er tatsächlich von Playmobil ist.
Als ich spaßeshalber die Webseite von Playmobil besuchte, habe ich herausgefunden, dass es einige erstaunliche neue Sachen gibt. (Ich mochte als Kind Playmobil nie so sehr, dass ich es mir gewünscht hätte, aber ich liebte es, die Kataloge und vor allem die Aufbauten in Kaufhäusern anzusehen.)
Playmobil ist mit dem Trend gegangen, wahrscheinlich schon vor einiger Zeit (nur bisher von mir unbemerkt). Es gibt nicht mehr nur den obligatorischen Drachen als Zubehör zur Ritterburg, sondern auch den Drachen mit Reiter und LED-Augen. Für Mädchen gibt es nicht mehr nur Prinzessinen (die gab es schon ziemlich lange), sondern auch Feen, Einhörner, Meerjungfrauen… der Fantasy-Einschlag ist nicht zu übersehen und erregte besonders meine Aufmerksamkeit.
Aber all diese Dinge haben ihren Weg noch nicht in den Kindergarten gefunden. Das werden sie wahrscheinlich erst, wenn die Kinder, die jetzt damit spielen, größer geworden sind, und ihre Eltern es dem Kindergarten spenden. Bis dahin begnügen wir uns eben mit der Prinzessin ohne Krone aus der Möwengruppe.
Add comment 23 Januar, 2010
Playmobil
Jeden Tag fahre ich am “Playmobil Fun Park” vorbei. Ich mache FSJ in einem Kindergarten unweit von Zirndorf auf dem Land und der Bus fährt jeden Tag daran vorüber.
Früh morgens ist dieser Komplex ganz leer, und man kann hineinsehen. Drinnen arbeiten schon ein paar Leute (das Ding macht erst um neun auf), die, umgeben von schulterhohen Plastikfiguren sich auf den Ansturm der Besucher vorbereiten. Jetzt, während der Ferien scheinen dort viele Menschen hinzuwollen. Ich sehe sie, wenn sie am Nachmittag einsteigen, Erwachsene in der Begleitung von Kindern, die sich an großen Tüten festklammern oder einzelne Playmobil-Teile in der Hand halten. Die Erwachsenen sind oft etwas gereitzt, als wären sie es nicht gewöhnt, mit dem Bus zu fahren (wahrscheinlich sind sie es auch nicht, haben nur versucht die grässlichen Parkplatzverhältnisse zu umgehen – es ist nachmittags immer alles vollgeparkt). Es gibt sogar ein Hotel, habe ich heute festgestellt. Dieser ganze Aufwand geht mir nicht in den Kopf. Als einziges Resultat des Besuches dieses “Funparks” sehe ich den Kauf riesiger Mengen Playmobil. Warum sollte man an so einem Ort auch noch übernachten wollen? Aber gut, ich habe auch den Reiz von Disneyland nie verstanden. Außerdem finde ich Playmobilfiguren gruselig. Besonders wenn sie größer sind als die normalen fünf oder sechs Zentimeter. Denn die riesenhaften Playmobilfiguren (die, wie ich finde, in 1,20 bis 1,40 m, so genau bin ich mir nicht sicher, irgendwie grotesk aussehen) beschränken sich durchaus nicht auf das Gelände des “Funparks”: Erst einmal sind da die Wegweiser, an der Straße, die wie ich glaube, eine Bundesstraße ist, aber fragen Sie mich nicht, welche. Sie bestehen aus Schildern, die die Entfernung zum “Funpark” angeben, auf denen eine etwa dreißig Zentimeter große Playmobilfigur angebracht ist. Dann kommen die riesenhaften Playmobilfiguren hinzu, die man überall in der Umgebung in, vor oder neben Geschäften oder Restaurants finden kann. Für mich sind sie immer ein überraschender und surrealer Anblick. Ich habe mich nie mit Playmobil anfreunden können. Als ich ein Kind war, war die einzige Gelegenheit, mit Playmobil zu spielen bei meiner Nachbarin und zugleich besten Freundin. Sie und ihre Schwester hatten viel Playmobil, soweit ich mich erinnere, wir hatten keins. Aber ich kann mich entsinnen, dass ich die Figuren damals schon komisch fand. Hauptsächlich fand ich sie doof, weil sie einen so dümmlichen Gesichtsausdruck hatten und man ihnen nie etwas anderes anziehen konnte. Das ganze Drumherum war das, was mich an Playmobil immer faszinierte. Ich war schon als Kind versessen auf Kinkerlitzchen und die ganzen Tiere, die es da gab, die Pflanzen und die Einrichtungsgegenstände, das Zubehör war für mich immer interessanter als die eigentlichen Figuren.
Heute arbeite ich in der Krippengruppe, da haben wir zwar die Figuren, schließlich kann man da keine Kleinteile verschlucken, aber eben diese Kleinteile, das, was für mich den Reiz ausmacht, befinden sich bei den größeren Kindern. Ich kriege sie selten zu Gesicht. Wenn ich sie sehe, muss ich kurz lächeln, denn auf irgendeine Art und Weise fanzinieren sie mich auch heute noch. Fahre ich jedoch am “Playmobil Funpark” vorbei, überkommt mich ein seltsames Gefühl, das fast ein Schaudern ist. Der Reiz an der ganzen Geschichte bleibt mir, wie gesagt, verborgen, was sie extrem abstrakt für mich macht. Ich komme mir beinahe wie ein Alien vor, der eine fremde Kultur entdeckt, und durch ihre merkwürdigen Sitten beinahe unangenehm berührt ist. Seltsamer Weise berührt mich die Tatsache, dass ich es nicht verstehe, ebenfalls seltsam, als wäre es etwas Essentielles, das alle außer mir instinktiv verstehen.
Aber während ich noch darüber nachdenke – und ich denke oft darüber nach, da ich ja auch oft am corpus delicti vorbeifahre – überquert der Bus die Rednitz. Dort, an einem Bach, der zu schmal ist für Landkarten, der vielleicht auch nur ein Abwasserkanal ist, steht ein Zwischending aus Laube und Baumhaus ohne Baum, wie gemacht für braungebrannte, fröhliche Kinder. Und dieses Häuschen erscheint mir jedesmal interessanter und erstrebenswerter als alles Playmobil.
4 comments 9 September, 2009
Pause
Ich mache gerade eine Pause. Eigentlich bin ich dabei, meinen Schreibtisch abzuräumen, denn ich werde nächste Woche anfangen, in der Nähe von Nürnberg im Kindergarten zu arbeiten. Also werde ich umziehen. Diese Woche bin ich zu Hause, um zu packen. Das fühlt sich schon irgendwie komisch an. Es ist nicht so, als hätte ich mein ganzes bisheriges Leben in diesem Haus, oder in diesem einen Zimmer verbracht, ganz und gar nicht. Und doch… ich werde weggehen. Dies hier wird ein Gästezimmer sein. Mein Leben wird wo anders stattfinden.
Es ist nicht einmal ein trauriges Gefühl. Es ist ein bisschen wehmütig, aber dieses Zimmer hier fühlt sich schon nicht mehr nach “zu Hause” an, nicht mehr richtig. Ich denke über Sachen nach, die ich hier lassen und die ich mitnehmen werde. Ich brauche mehr Kartons, in die ich all die Dinge schlichten kann, die mich irgendwo ausmachen. Dieses Zimmer, das so viel über mich aussagt, wird bald nur noch wenig über mich zu erzählen wissen. Schon seltsam.
Add comment 23 August, 2009
Musen 2

Noch eine Muse, eine weitere Angehörige meines mythischen Volkes. Diese hier hat einen Vogelkumpanen, was darauf schließen lässt, dass es auch Haustiermusen geben könnte… er ist inspiriert von einer Comicgeschichte über eine Stadt, in der selbst Statuen, Tiere und sogar Gespenster Masken tragen.
Add comment 6 Juni, 2009
Gedichte
Ich sagte heute, ich könnte
(meine kalte Hand in deiner warmen)
zur Zeit nur
(dein Arm auf meiner Schulter)
Liebesgedichte
(dein Lächeln, auf mich herab)
schreiben.
(mein Kopf an deiner Halsbeuge)
Nun, das ist
(dein Name in meinem Mund)
wahr.
Add comment 16 April, 2009
Weil, na ja…
Ich mein, ich, ich weiß.
Weil, na ja…
Was ich sagen wollte -
Ich weiß.
Ich weiß, ich meine, ich wollte sagen
Ich weiß.
Weil, na ja…
das weiß ich schon.
Ich wollte, ich wüsste, ich weiß
dass du es weißt.
Hm.
Ich weiß.
Weil, na ja…
Ich meine, ich will, dass du weißt, dass ich…
Ach, ich weiß das doch!
Ich weiß.
Weil, na ja…
Was denn? Sag schon!
Ich weiß, ich weiß.
Weil, na ja…
Ich wollte nur sagen…
Ich weiß!
Weil, na ja…
Ich wollte nur sagen…
Ich liebe dich.
Add comment 1 März, 2009
Blood on the Tracks Recordz

Ich bin total beeinflusst von allerlei J-Pop (also Popmusik aus Japan) in letzter Zeit. Daher hat er hier sich irgendwie eingeschlichen… Auf seinem Pulli steht ein Textauschnitt von “Chance”, einem Song von UVERworld, den ich wirklich mag.
Ich habe dann eine Art Werbung für mein “Label” Blood on the Tracks Recordz daraus gemacht. Dieses Label ist benannt nach einer Platte von Bob Dylan (“Blood on the Tracks”) und ich habe es eigentlich nur erfunden, um Werbung dafür zu machen.
Add comment 23 Januar, 2009
Fiddler’s Green
Seit fünf Jahren bin ich ein Fan von Fiddler’s Green, einer Band aus Erlangen, Bayern, die nach eigener Aussage Irish Independet Speedfolk macht. Alle, die sowohl mich als auch die Band kennen, stimmen größtenteils darin überein, dass es eher seltsam für mich wäre, wenn ich sie nicht mögen würde.
Mein allererstes Konzert war eins von Fiddler’s Green und es sind ihre Konzerte, auf denen ich bis jetzt am meisten Spaß gehabt habe. Außerdem sind sie einer der Gründe, warum ich angefangen habe, Akkordeon zu spielen.
Ich hatte ihre neue CD, Sportsday at Killaloe, auf Amazon bestellt, aber weil sie eine Woche gebraucht hat, um zu mir zu kommen, hatte ich sie beinahe vergessen. Dann habe ich mich außerdem geradezu vorbildlich zurückgehalten und erst meine Facharbeit zu Ende geschrieben, bevor ich sie angehört habe.
Drei Songs haben sie gebraucht, diese Jungs (ich kann mir nicht helfen, ich muss sie einfach Jungs nennen, obwohl sie so im großen und ganzen so alt sind wie einige meiner Lehrer, von denen einige sie sogar persönlich kennen), und sie haben mich komplett von sich überzeugt, wieder einmal. Die Songs auf dem neuen Album sind so unheimlich vertraut, dass sie mich zum Grinsen bringen und so herrlich, dass es mich nicht auf dem Stuhl hält. Sie sind neu, sie sind fetzig und gleichzeitig so very Fiddler’s Green! (Ich kann’s gar nicht anders ausdrücken…) Sie machen mich so glücklich, dass mein Herz schmerzt, ich weiß nicht einmal genau, wieso. Vielleicht ist es so, weil ich sie liebe, sogar jetzt schon.
Add comment 17 Januar, 2009
Protecting you…

Protziges Bild… mit englischem Titel, weil eine englische Textzeile aus einem Song mir die Idee dafür geliefert hat. “Protecting you / my life I trade in for your pain” aus Daybreak’s Belll von L’Arc en Ciel. Ist der Vorspann von meiner Lieblingsserie XD.
Eine Freundin hat mir Gimp-Brushes auf CD gebrannt, darunter auch sogenannte “arcane cirlces”, also Bannkreise. Die hab ich gleich mal ausprobiert… Der Engel heißt übrigens Elija.
Add comment 16 Januar, 2009