Kategorie: Theater


Die meisten Leute können sich gar nicht vorstellen, was für eine Arbeit Schultheater machen kann. Gut, wir konzentrieren uns auch nicht auf das Rumgehüpfe vor von gestressten Eltern gebalstelten Pappkulissen, wir haben den Anspruch, semi-professionelles Laientheater zu machen.

Heute haben wir nämlich die Bühne vorbereitet. Das heißt, ich war in der Bühnengruppe, während die andere Hälft (nur vom Grundkurs, wohlgemerkt, da waren keine Menschen vom Pantomime-Wahlkurs dabei). Wir haben also die Tische und Stühle von der Mittagsbetreuung – denn wir sind ja ein tolles G8-Gymnasium, wir brauchen sowas – von der Bühne runter geschafft, denn die ist normalerweise durch eine einklappbare Wand von der Aula getrennt und dient als Mehrzweckraum/Speisesaal. Dann haben wir das ganze Geraffel, wie der Franke sagt, in der Aula wieder aufgebaut. Sodann reduzierte sich – krankheitsbedingt – unsere Gruppe auf drei Leute. Zu dritt haben wir eine Deckenabdeckung (keinen Himmel!) aufgehängt, wobei wir improvisieren mussten, denn die Befestigungen fehlten. Überhaupt fehlt auf dieser Bühne eine ganze Menge wirklich notwendiger Dinge, denn sie wurde bis jetzt von zwei verschiedenen Schauspielgruppen, dem Grundkurs und einer technisch absolut dilletantischen Musicalgruppe benutzt. Das wurde klar, als wir die Gassen aufhängen wollten und feststellten, dass die Dinger teilweise weder Haken noch Aufhängungen besaßen. Schlimmer war’s dann noch bei den Scheinwerfern, wo Klammern abhanden gekommen waren (nur zur Erinnerung: Klammern, das sind die Teile, mit denen man Scheinwerfer an den Traversen befestigt!) und Klappen fehlten. Wie man Scheinwerferklappen verschlampt, geht auch noch nicht in meinen Kopf.
Morgen sind dann auch noch die Verkabelung und der Teppich dran. Denn Schwarzlichttheater ist ohne Teppich absolut witzlos.

Glowing in the Dark

Ich weiß nicht, ob ihr Menschen da draußen schon mal was von Schwarzlicht-Theater gehört habt. Es geht dabei um eine From von Pantomime, bei der ausschließlich im Schwarlicht leuchtende Gegenstände zu sehen sind.

Diese Form von Theater frisst gerade an meiner Freizeit. Im vergangen Jahr hat mein Grundkurs Dramatisches Gestalten ein Stück über Eichendorff geschrieben, das Mitte Oktober aufgeführt werden soll. Letzte Woche sind die Neuen aus der jetzigen K12 (also der Klasse unter mir, ich bin Kollegstufe 13) zu uns gestoßen. Wir haben jede Menge Spaß! Deswegen wissen meine Freunde und meine Familie auch, dass ich zwar ab und zu jammern mag, aber eigentlich mit Leib und Seele dabei bin. Diese neuen Leute allerdings haben sich noch nicht an unseren lockeren Umgangston gewöhnt… und entsprechende Schlagfertigkeit haben sie sich auch noch nicht angeeignet. Wir albern immerzu herum und liefern uns auch schon mal verbale Schlagabtäusche. Sarkasmus gehört zum guten Ton und wir haben auch keine getrennten Umkleidekabinen. Aber mit der Hälfte von meinem DrG war ich schon am Strand, und, mal ehrlich, so viel unterscheidet sich normale Unterwäsche nicht von einem Bikini. Letztes Jahr habe ich die Leute, die jetzt Abi gemacht haben und in DrG waren, drei Monate lang öfter gesehen als meine Eltern. Dieses Jahr wird’s nicht viel anders laufen…!

Theater verbindet. Schauspieler in einer Truppe werden ganz schnell zur Wahlfamilie. Diese Menschen folgen mir schon in meine Träume! Allerdings träumte ich auch von einer riesigen Bühne, auf der ich die Julia spielte. Schon ein bisschen vermessen, was?

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.