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FSJ

Mein Freiwilliges Soziales Jahr ist vorbei, jetzt schon seit fast drei Wochen. Am Ende kam ich mir richtig komisch vor, so als würde ich einfach in den Urlaub gehen (der Kindergarten hatte Ende August eine Woche zu) und danach wieder kommen und weiter arbeiten.  Ich hatte mich so daran gewöhnt… jetzt werde ich wohl doch im Sommersemester Pädagogik studieren, irgendwas in die Richtung zu machen wäre schon toll. Fürs Wintersemester bin ich zu spät dran, an meiner Uni hat Pädagogik einen internen NC…

Ich kann das FSJ jedenfalls nur empfehlen. Für Leute, die Geld verdienen wollen, bevor sie studieren (oder eine Ausbildung anfangen, ect.) ist es nichts, aber für alle, die ein paar Erfahrungen im “echten Leben” sammeln wollen, ist es toll. Nehmt nur mal mich: Gymnasiastin, Eltern mit Bildung und gutem Einkommen, allerhöchstens mal Ferienjob gemacht. Und dann – zack! – 38 Stunden arbeiten in der Woche, acht Stunden am Tag, vier Tage die Woche. Das ist erst mal ein ganz schöner Schock, das kann ich euch sagen. Da machte ich mir plötzlich Gedanken darüber, was ich studieren will und ob ich das auch acht Stunden am Tag lang machen will.

Ein ganzes Jahr lang… es kommt mir gleichzeitig sehr lang und sehr kurz vor, komisch, nicht? Sehr lang hat es gedauert, bis ich eingearbeitet war und richtig Spaß dran haben konnte.  Sehr kurz erscheint es mir im Rückblick.  So unwahrscheinlich weit weg mir die Abiturzeit auch vorkommt, so ist doch nur ein Jahr vergangen. Ein Jahr, das den Kindern aus meiner Gruppe, falls sie sich denn daran erinnern werden, bestimmt so unheimlich lange vorkommen wird wie mir als Kind ein Jahr vorkam. Als ich ein Kindergartenkind war, kam mir ein Jahr nämlich so unendlich lange vor und der Altersunterschied von einem Jahr so unendlich groß, so ungeheuer signifikant… Ich hoffe, dass sich “meine” Kinder an mich erinnern werden.  Meine eigene Kindergärtnerin würde ich schließlich auch gern mal wieder treffen.

Aber ich habe nicht nur tolle Kinder und Kolleginnen getroffen. Bei den vier Seminaren habe ich sehr unterschiedliche, engagierte junge Menschen getroffen. Ich war fasziniert davon, wie verschieden sie alle waren und wie gut sie sich trotzdem zu einer Gruppe gefügt haben.
Das Freiwillige Soziale Jahr ist eine wirklich gute Sache und obwohl ich nicht nur angenehme Erfahrungen gemacht habe und vor allem am Anfang große Schwierigkeiten hatte, kann ich es weiterempfehlen. Ich bin sehr froh, dass ich es gemacht habe und stolz, dass ich bin ganz zum Schluss durchgehalten habe.

Spielsachen, die dem Kindergarten gehören, erzählen ganz eigene Geschichten. In den meisten Kindergärten gibt es diese Mischung aus Puppenmöbeln, Legosteinen, Bauklötzen, Playmobil, Holztieren, und und und, wobei die Zusammensetzung von Gruppe zu Gruppe variiert: Bei der Entengruppe gibt es mehr Bauklötze, die Spiegelseiten und Plexiglaseinsätze haben. Bei der Möwengruppe gibt es viele Holztiere und Ritterfiguren. Und in der Storchengruppe gibt es mehr Playmobil.

Vor allem das Playmobil trägt seine Geschichten wie ein Kleidungsstück. In der Storchengruppe sind beiden Omas die Opas abhanden gekommen, dafür haben sie mehr ungezogene Enkelkinder als ihnen lieb ist. Der Busfahrer (vielleicht ist er auch ein Zugführer) kommt sich auf dem Bauernhof ein bisschen fehl am Platz vor. Überhaupt ist es ein sehr exotischer Bauernhof: Er hat einen Löwen, eine Giraffe, der ein Ohr fehlt, einen Schimpansen und einen kleinen Elefanten und auf dem Zebra kann man leider nicht reiten. Dafür versteht es sich recht gut mit dem Pferd. Es gibt viele weiße und ein einziges schwarzes Schaf. Dafür gibt es auch nur eine weiße Kuh. Die Bäume sind leider nicht sehr standfest und verlieren schon mal die Kronen. Und die Futtertröge gehören eigentlich zu Lego Duplo.

Das Witzige an Playmobil ist ja, dass alles, was im Kindergarten gelandet ist, so aussieht wie in meiner Kindheit. Okay, einigen Kühen fehlen die Hörner – wobei ich mich immer frage, welche brutalen Kinder das hinbekommen haben, den Playmobil ist ja eigentlich sehr stabil – aber vor allem Schafe, Schweine, Hunde, der Bauer und die Bäume sehen genau aus wie die, die meine Freundin hatte. Meine Schwestern und ich hatten ja kein Playmobil… bis auf einen wenig beachteten Schäfer und seinen drei Schafen und diesem Baum, von dem ich erst neulich gemerkt habe, dass er tatsächlich von Playmobil ist.
Als ich spaßeshalber die Webseite von Playmobil besuchte, habe ich herausgefunden, dass es einige erstaunliche neue Sachen gibt.  (Ich mochte als Kind Playmobil nie so sehr, dass ich es mir gewünscht hätte, aber ich liebte es, die Kataloge und vor allem die Aufbauten in Kaufhäusern anzusehen.)
Playmobil ist mit dem Trend gegangen, wahrscheinlich schon vor einiger Zeit (nur bisher von mir unbemerkt). Es gibt nicht mehr nur den obligatorischen Drachen als Zubehör zur Ritterburg, sondern auch den Drachen mit Reiter und LED-Augen. Für Mädchen gibt es nicht mehr nur Prinzessinen (die gab es schon ziemlich lange), sondern auch Feen, Einhörner, Meerjungfrauen…  der Fantasy-Einschlag ist nicht zu übersehen und erregte besonders meine Aufmerksamkeit.

Aber all diese Dinge haben ihren Weg noch nicht in den Kindergarten gefunden. Das werden sie wahrscheinlich erst, wenn die Kinder, die jetzt damit spielen, größer geworden sind, und ihre Eltern es dem Kindergarten spenden. Bis dahin begnügen wir uns eben mit der Prinzessin ohne Krone aus der Möwengruppe.

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